Aktuelles Projekt: Chinyata
In den vergangenen Jahren unterstützte die ONG das St Gabriels Hospital vor allem bei den Verbesserungen seiner Infrastrukturen, damit das Hospital der steigenden Anzahl an Patienten gerecht werden kann sowohl im stationären als auch im ambulanten Bereich.
Die Fachkräfte im Spital sind sehr besorgt über die vielen Notsituationen in den teils sehr abgelegenen Dörfern. Die Dorfgemeinschaften leiden unter den Auswirkungen von Infektionskrankheiten, Aids und schlechter Ernährung. Hunger ist nach wie vor ein Problem. Es fehlt an den nötigen Schulinfrastrukturen, so dass viele Kinder keine Möglichkeit haben eine Schule zu besuchen.
Deshalb unterstützt die ONG jetzt über drei Jahre hinweg ein Projekt in Chinyata, einem Ort zu dem sieben Dörfer gehören und der etwa 15 km vom Spital entfernt ist.
Dieses Projekt hat zum Ziel, die Lebensbedingungen in den Dorfgemeinschaften
zu verbessern. Hungerperioden sind in den letzten Jahren in Chinyata häufig
gewesen. Die Ursachen hiervon sind fehlende Ressourcen und ein Mangel an
Kenntnissen über geeignete Landwirtschaft.
Das Projekt umfasst mehrere Bereiche, die über 3 Jahre verteilt umgesetzt werden.
Es handelt sich um den Zugang zu sauberem Wasser, dem Zugang zu Ausbildung und dem Zugang zu einer diversifizierten Landwirtschaft. Die Ideen zu diesem Projekt orientieren sich an folgenden Problemen:
Problem
In Chinyata und Umgebung gab es nur zwei akzeptable Wasserstellen für die über 300 Familien in den 7 Gemeinschaften. Die Wege zum Wasser waren zu weit und während der Trockenperiode gab es nur ungenügend Reserven.
Zugang zu sauberem Wasser
- Anlegen von Brunnen und Wasserstellen
- Bau von Sanitäranlagen
- Unterweisung in Hygiene
Dieser Bereich wurde integral über das erste Jahr von der belgischen NRO „Pro-Action-Développement“ finanziert, die sich den Zugang zu sauberem Wasser als Hauptaktionsfeld zum Ziel genommen hat und in Malawi und speziell in dieser Region zum Experten geworden ist.
Mehr Informationen: www.proactiondev.org
Problem
Rund um Chinyata gibt es in einem Umkreis von 15 km keine Primärschule. In Chinyata haben die Bewohner aus eigener Initiative zwei Schulsäle gebaut, die jedoch für fast 1000 Kinder ungenügend sind. Die Kinder werden deshalb draußen unter den Bäumen unterrichtet. Die Lehrer wohnen oft außerhalb des Dorfes. Während der Regenzeit sind die Wege schwer zugänglich und so fallen die Schulstunden oft einfach aus.
Zugang zu Ausbildung
- Bau von Schulsälen
- Bau von Lehrerwohnungen
- Möblierung der Schulen
- Kauf von Schulmaterialien
Chinyata eignet sich hervorragend für diese Investitionen, da es es in Waliranje, einem Ort etwa 6 km von Chinyata entfernt, eine Sekundarschule gibt und so die Möglichkeit zur Weiterführung der Studien gewährleistet ist.
Problem
Die Bauern von Chinyata, wie die meisten anderen Menschen in den ländlichen Gegenden Malawis, sehen sich einer Landwirtschaftskrise gegenüber, der sie nicht allein entgegenwirken können. Seit Jahren können sie ihren Ertrag nicht mehr steigern. Durch Monokultur und übermäßigen Einsatz von nicht mehr finanzierbaren und letztlich schädigenden Düngemitteln ist der Boden verarmt.
Zugang zu einer diversifizierten Landwirtschaft
- Aufklärung und Beratung der Bevölkerung in Landwirtschaftsfragen
- Verteilen von verschiedenem Saatgut
- Verteilung von Pflänzlingen zur Agroforstwirtschaft um der Erosion des Bodens vorzubeugen
- Erstellung von Naturkompost
Beteiligung der lokalen Bevölkerung:
- Für alle 4 Bereiche wurden Komitees gegründet, die ein Mitspracherecht haben und besonders in den einzelnen Bereichen sensibilisiert und formiert werden. Diese gelten als Multiplikatoren und Ansprechpartner für die einzelnen Dorfbewohner.
- Die Bevölkerung muss sich aktiv beim Herstellen von Ziegel- und Schottersteinen beteiligen.
- Brunnen drillen
Bis November 2011 wurden fertiggestellt:
- Insgesamt wurden 2 alte Wasserstellen instand gesetzt und 5 neue Brunnen installiert.
- Alle Familien besitzen Latrinen und wurden in deren korrekten Benutzung eingewiesen.
- 5 Schulblocks mit je 2 Klassensälen sind fertig. Ebenso 8 Lehrerwohnungen
- Saatgut wurde verteilt : Soja Bohnen und Erdnüsse
- 15.000 Akazienbäume wurden gepflanzt
- Eröffnugsfeier der Schulen war am 14.11.2011 (siehe unter Aktuelles)
Zuständige Personen in den einzelnen Bereichen:
Für den Bereich der Wasserversorgung : „Pro-Action-Développement“
Für den Schulbereich: Father William Kerkhof für die Koordination und Emmanuel Chiputula für die Bauüberwachung
Für den Agarbereich: Father William Kerkhof für die Koordination und Salaam Longwe, ein diplomierter Agronom, der die Unterweisung und Betreuung innerhalb dieses Bereiches durchführt